Bildung umfasst einen lebenslangen Lernprozess, vom Kindergarten über die Schule, die Hochschulen, die Volkshochschulen, die betriebliche Fortbildung wie auch die individuellen Anstrengungen. Bessere Bildung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, der sich alle staatlichen Ebenen und gesellschaftlichen Gruppen – Arbeitgeber, Gewerkschaften, Kirchen und die Familien – stellen müssen. Städte und Gemeinden haben eine Schlüsselrolle bei der Verbesserung des Bildungsstandortes. Sie tragen Verantwortung für Kindergärten, Volkshochschulen, die sachliche Ausstattung der Schulen, das Bildungsklima und das damit verbundene familiäre Umfeld. Kommunen gestalten eine aktive Bildungspolitik aber auch aus folgenden Gründen:
- Bildung wird zunehmend zum Standortfaktor für Unternehmen und beeinflusst die Wohnortentscheidungen von Familien;
- die Kommunen müssen die Folgen fehlgeschlagener Bildungsbiografien zu einem späteren Zeitpunkt durch Sozialleistungen abfedern.
Voraussetzung für das Engagement der Städte und Gemeinden in der Bildung ist eine adäquate Finanzausstattung. Die notwendige Verbesserung des Bildungsstandorts muss dauerhaft finanziert werden. Hier sind Bund und Länder in der Pflicht, vor der Formulierung „immer neuer Versprechungen“ ein Finanzierungskonzept zu beschließen. Wir brauchen ein neues Ganztagsschulprogramm des Bundes. Wenn das so genannte Kooperationsverbot entgegensteht, muss es aufgehoben werden.
Der Deutsche Städte- und Gemeindebund will mit dieser Dokumentation die zentralen Herausforderungen der Bildungspolitik und bereits existierende gute Beispiele benennen. Die Dokumentation erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, vielmehr soll sie einen Beitrag zur Stärkung unseres Bildungssystems leisten.